Ehemaliges Bauernhaus in Oed bei Altdorf

Bei dem historischen Wohnteil der Hofanlage handelt es sich um ein zweigeschossiges, traufseitig erschlossenes und teilunterkellertes Mittelflurhaus mit späteren nördlichen Anbauten. Während der Voruntersuchungen mit Bauforschung ergab sich, dass das Gebäude eines der ältesten Bauernhäuser der Landshuter Region ist.

Der älteste Kern des heutigen Hauses entstand zur Mitte des 16. Jahrhunderts als Blockbau und war bereits zweigeschossig. Auch der geräumige Gewölbekeller entstand schon zu dieser Zeit. Seine Entstehung hängt vermutlich mit dem Weinbau zusammen, der in den Jahren 1563 und 1566 für die Hofstelle urkundlich belegt ist. Typisch für diese Zeit sind kleine Fenster mit innenseitigen Schiebeläden und breite, niedrige Türen. An der Rückseite besaß das Haus bereits damals einen Stall.

Den ersten großen Umbau erfuhr das Haus im frühen 18. Jahrhundert. Dabei wurde das Obergeschoss erhöht und an der Südseite der Traufschrot ergänzt. Der westliche Teil des Obergeschosses entstand in Blockbauweise neu. Auch das heutige Dachwerk entstand im Zuge dieses Umbaus. Eine Vergrößerung der Fenster ist anzunehmen, aber nicht eindeutig nachweisbar. Umbauten am Stallteil sind ebenfalls nicht belegbar.

Im 19. Jahrhundert erfuhr das Haus eine Vielzahl kleinerer und größerer Umbauen. Um 1800 wurden im Erdgeschoss große Teile der südlichen und östlichen Außenwand in Ziegel erneuert, die Stube erhielt zudem eine neue Decke. Später im 19. Jahrhundert erhielt das Haus erstmals nachweisbar gemauerte Kamine, zudem wurde der Stallteil massiv und zweigeschossig
neu errichtet. Um 1900 verschwand der Giebelschrot, und der Großteil der heutigen Fenster und Türen wurde eingebaut.

Mit der laufenden Sanierung wird das denkmalgeschützte Haus Oed 6 dauerhaft in seinem Bestand gesichert und wieder seiner ursprünglichen Nutzung als Wohnhaus zugeführt.

Dafür werden die historischen Holzwände und das Dachwerk nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten repariert und ergänzt. Für die technische Ausstattung des Gebäudes wird am Westgiebel ein Anbau errichtet, der die Gestaltung des Bestandsgebäudes wieder aufnimmt.

Am Ostgiebel werden der um 1900 beseitigte Dachwalm sowie der Giebelschrot wiederhergestellt. Anstelle des mehrfach überformten westlichen Stallanbaus, der zuletzt als Werkstatt diente, wird ein Anbau mit Neben und Wirtschaftsräumen errichtet.

Die abschnittsweise stark abgesackte Holzkonstruktion des Hauses wurde bereits behutsam rückverformt.

Vor Beginn der Sanierung besaß das Haus nur teilweise Fundamente, die zudem nicht tief genug reichten. Daher wurden sämtliche Wände nachgegründet.

Baualtersplan (klicken für mehr)
Ansicht des Hauses, wie es nach der Sanierung aussehen könnte