MUSEUM SCHLOSS FÜRSTENBERG feierlich wiedereröffnet

Fürstenberg, im März 2017: Es ist soweit – das neue Museum im Schloss Fürstenberg öffnet seine Tore wieder für Besucher. Bei der großen Eröffnungsfeier am 3. März konnten sich Ministerpräsident Stephan Weil, Landrätin Angela Schürzeberg, Finanzminister Peter-Jürgen Schneider, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands Georg Fahrenschon und der Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen Thomas Mang sowie rund 120 Ehrengäste aus Kultur und Gesellschaft in dem nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten kaum wiederzuerkennenden Museum vom modernen Ausstellungskonzept überzeugen.

Christoph Schulz, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG, eröffnete den Festakt und verweist auf die Bedeutung von Tradition & Moderne in Fürstenberg: „Marke und Produkte haben in den letzten Jahren einen Sprung in die Zukunft gemacht, der historische Kern, also der ‚genius loci‘ Fürstenbergs, musste nachgeholt werden. Qualität, Wertigkeit und Innovation heute lassen sich nämlich ohne die lange Geschichte des Porzellans und diesen Ort selbst nicht verstehen und vermitteln.“ Beim Rundgang konnten die Ehrengäste die 270 jährige Handwerkskunst der zweitältesten Porzellanmanufaktur Deutschlands erleben. Buchstäblich in Berührung mit dem Porzellan kamen u.a. Stephan Weil und Angela Schürzeberg, deren Handabdrücke demnächst an der großen Wand am Eingang neben den Abdrücken von Prominenten wie Vitali Klitschko hängen. Ministerpräsident Weil bezeichnete das neue Museum als „traumschön“ und zeigte sich beeindruckt, wie es die Geschichte der Manufaktur auch für das Land Niedersachen erlebbar macht: „Wir sind stolz darauf, diese Kulturstätte auf dem Landesgebiet in Niedersachsen zu haben. FÜRSTENBERG und seine Produkte sind Teil unserer Niedersächsischen Kulturgeschichte aber auch Teil des modernen Niedersachsens. Dabei beschränkt sich die Sinnstiftung dieser Einrichtung nicht nur auf die Schönheit und die Gestaltung, sondern hat auch eine regionalwirtschaftliche Bedeutung. Ich bin sehr sicher, dass das neu gestaltete Museum und die neue Attraktivität von FÜRSTENBERG insgesamt dazu führen wird, dass noch mehr Menschen sich dafür interessieren werden.“

Seit dem 1. Januar ist die eigens gegründete Kulturgut Fürstenberg gGmbH Betreiberin des Museums. Stephanie Saalfeld, Geschäftsführerin der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG GmbH, bedankte sich bei allen Beteiligten und freut sich auf eine enge Zusammenarbeit: „Denn beide – ein lebendiges Museum und eine innovative Manufaktur – können sich gegenseitig befruchten und damit zur Attraktivität beider Häuser beitragen.“ Museum und Manufaktur sollen auch in Zukunft eine Einheit bilden: „Das neu gestaltete Museum bildet die Brücke – als Kulturgut Fürstenberg und als Unternehmensmuseum. Die Tradition und Werte der vergangenen Jahrhunderte sind ein Teil unserer heutigen Identität, für deren respektvolle Weiterentwicklung wir die Verantwortung tragen“ betont Stephanie Saalfeld.

Extra aus Dresden angereist war Tulga Beyerle, Direktorin des Kunstgewerbemuseums im Schloss Pillnitz, um als Gastrednerin über Design und Kunsthandwerk zu sprechen: „Die Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG hat sich ganz bewusst und sehr klar einem Weg des Designs verschrieben. Sie tut dies nicht, um uns die ‚Gute Form‘ zu lehren, sondern sie hat verstanden, dass Design die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegeln muss, ohne den Qualitätsanspruch einer Manufaktur zu verlieren und gleichzeitig eine Identität zu entwickeln.“ So zeigt das Museum für Tulga Beyerle nicht nur den historischen Wandel, sondern auch den Weg in die Zukunft.

Am Samstag, dem zweiten Tag der Eröffnungsfeier, bekamen rund 500 geladene Gäste – Mitarbeiter, am Umbau beteiligte Unternehmen, Geschäftspartner und Kunden, Vertreter der Kommunalpolitik, Honoratioren sowie Freunde des Hauses – exklusiven Zugang zum neuen Museum. Seit Sonntag können alle im neuen MUSEUM SCHLOSS FÜRSTENBERG in die Welt des Porzellans eintreten. Die Gelegenheit ließen sich am ersten Tag nach anderthalb Jahren Bauzeit mehr als 250 Besucher nicht nehmen.  Hat sich das Äußere des einst als Jagdschloss von Herzog Carl I. erbautem Schloss Fürstenberg kaum verändert, taucht der Besucher beim Eintreten in eine moderne Museumswelt. Fünf Millionen Euro hat der Umbau gekostet. Unterstützt wurden die Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG, die NORD/LB und die Kulturgut Fürstenberg gGmbH bei der Finanzierung des Projektes durch Förderpartner aus dem Stiftungsbereich, dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband als Hauptsponsor und weiteren Förderern. Die Mittel wurden durch die Kulturgut Fürstenberg gGmbH eingeworben. Das neue Museum ist ein Besuchermagnet für die ganze Region. „Mit dem neuen Museumskonzept verbinden wir Tradition und Moderne. Wir möchten, dass die Besucher die Faszination, die Porzellan seit dem 18.Jahrhundert bis heute ausübt, im wahrsten Sinne begreifen können“, erklärt Museumsleiter Christian Lechelt. Als modernes und innovatives Unternehmensmuseum spiegelt es dabei die Entwicklung der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG zu einer internationalen Marke im Luxus- und Premiumbereich wider.  Schon der erste Eindruck überrascht. Das historische Treppenhaus erstrahlt in frischem Weiß. Die einheitliche Farbgestaltung aus Weiß, Schwarz und Gold setzt sich durch die gesamte Ausstellung fort. Die nach Personen aus der FÜRSTENBERG Geschichte benannten Ausstellungsräume sind alle einem besonderen Aspekt und dessen Wandel in der Zeit gewidmet. Im Desoches-Saal erzählen vielfältige Tee- und Kaffeekannen als historische Dokumente ihre Geschichten. Denn unterschiedliche Körperformen, Henkel und Tüllen beeinflussen die Handhabung. Zu jeder Kanne gehören auch immer die passenden Tassen. Die Besucher können hier selbst Ober- und Untertassen spielerisch kombinieren.  Der Weitsch-Saal ist der Tafelkultur gewidmet. Hier kann man mit mehr als 250 Porzellanstücken – einem Querschnitt des Sortiments von FÜRSTENBERG – selbst einen ganzen Tisch eindecken. Inspiration dafür gibt eine eindrucksvoll inszenierte Tafel im Mix&Match-Stil. Im Rombrich-Saal entfaltet sich der Zauber der reichen FÜRSTENBERG Dekorkunst. Mittels digitaler Projektionen werden Dekore zum Leben erweckt und tanzen auf weißen Vasen. In der Alten Polierstube wird die Entstehungsgeschichte FÜRSTENBERGs ausgebreitet. Von der herzoglichen Idee bis zur Etablierung einer erfolgreichen Produktion war es ein langer, schwieriger und zugleich hochspannender Weg. Über die Beweggründe des Herzogs wird hier ebenso erzählt, wie vom ersten Manufakturdirektor Johann Georg von Langen. Woher kamen die Manufakturisten, die Rohstoffe, die Energie? In der Besucherwerkstatt werden Mitmachen und Ausprobieren besonders großgeschrieben. An vier Arbeitsplätzen zeigen Manufakturisten die Geheimnisse ihrer Handwerkskunst. Die Besucherinnen und Besucher können hier erfahren, wie der Henkel an die Tasse kommt, wie eine Figur gegossen oder ein komplizierter Durchbruchkorb hergestellt wird. Außerdem werden Dekortechniken vorgeführt: das Auflegen von Druckbildern und die Handmalerei. Wer mag, kann in der Besucherwerkstatt auch selbst zu Pinsel und Farbe greifen. Unter der Anleitung einer Porzellanmalerin kann man sich ein Porzellansouvenir nach eigenen Ideen gestalten.

Die Zeiten, in denen ein Besuch im Museum staubige Vitrinen, lange Texttafeln und bloß nichts berühren bedeutete, sind vorbei. Das neue MUSEUM SCHLOSS FÜRSTENBERG zeigt mit seinem innovativen Ausstellungskonzept, digitalen Inszenierungen und vielen Hands-On-Stationen wie viel Spaß ein Museumsbesuch für die ganze Familie machen kann.

 

Zum Artikel über die Sanierung des Schloss Fürstenberg →

Foto Porzellanmanufaktur Fürstenberg
Foto Porzellanmanufaktur Fürstenberg: Sabine Tippelt, Stephan Weil, Stephanie Saalfeld
Foto Porzellanmanufaktur Fürstenberg
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Foto Porzellanmanufaktur Fürstenberg
Foto Porzellanmanufaktur Fürstenberg
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